Translatio
Translatio der Gebeine des Heiligen Liborius von Le Mans nach Paderborn im Jahre 863
Im 9. Jahrhundert herrschte in der sächsischen Kirche von Paderborn eine große Glaubensnot. Darum bemühte sich der Paderborner Bischof Badurad um die Gebeine eines heiligen Fürsprechers.
Bischof Alderich von Le Mans (832-857) schenkte dem Paderborner Bischof Badurad die Gebeine des Hl. Liborius. Das Geschenk der Reliquien begründete einen Liebesbund zwischen der fränkischen Kirche und der noch sehr jungen sächsischen Kirche von Paderborn. Dieser Liebesbund besteht noch bis in die heutige Zeit.

Ein Zeitzeuge der Übertragung der Reliquien des Hl. Liborius, der Diakon Erconrad verfasste seinerzeit einen Translationsbericht (Übertragungsbericht) über die Translation des Heiligen. So schreibt er:
"Als nun der schon genannte Oberhirte (Alderich) und jene Priester (unter denen sich die Abgesandten des Bischofs von Paderborn befanden) in die vorgenannte Kirche (gemeint ist die Grabeskirche des Hl. Liborius in Le Mans) unter dem Gesang von Psalmen, Hymnen und geistlichen Liedern mit Kreuzen, Evangelienbüchern, Lichtern, in liturgische Gewänder gekleidet, gekommen waren, verbreitete sich in ihren Sinnen ein solcher Duft, wie ihn kein Arzt mit allen Arten von Gewürzen zusammenstellen oder bereiten kann. Und solange sie jene heiligen Leiber aus den Gräbern nahmen, hielt der Duft so an, daß alle erklärten und wahrheitsgemäß gestanden, einen solchen Wohlgeruch habe niemand jemals gerochen, und sie wollten lieber dort verharren als in allen Schätzen der Welt bleiben."
(Fotos: Bildstock an der Liborikapelle am Liboriberg in Paderborn)