Beim Raub der kostbaren Reliquien des Hl. Liborius durch "den tollen Christian" ging auch der Reliquienschrein des Hl. Liborius verloren. Christian von Braunschweig liess ihn einschmelzen und fertigte aus dem Silber die bekannten Pfaffenfeindtaler.
Nach der Wiedererlangung der Reliquien fertigte Hans Krako von Dringenberg einen neuen kostbaren Schrein für die Gebeine des Hl. Liborius. Dieser Schrein wird auch heute noch mit den Reliquien ausgestellt.
Der Schrein besteht im Wesentlichen aus einem Holzkern, der verkleidet ist mit vergoldetem Silber und Bronze. Aus getriebenen, gegossenen, gravierten und punzierten Teilen.

Momentan wird der Schrein generalüberholt. Zum Liborifest dieses Jahres wird er aber teilrenoviert genutzt.

Der Schrein ist in Hausform gefertigt. Man geht davon aus, dass die Form in Anlehnung an den verlorenen Schrein gefertigt ist.

 

  • Die vordere Schmalseite zeigt eine Darstellung der Kreuzigung Christi.. Im Giebelfeld thront Maria, die Mutter Gottes mit dem Jesuskind.
  • Die Langseiten sind geschmückt mit den Figuren der 12 Apostel. Diese stehen in rundbogigen Nischen zwischen Säulen.
  • Auf der Rückseite des Schreines findet der aufmerksame Betrachter die Widmungsinschrift, darüber die Stiftungsinschrift und eine Marienkrönung.
  • Auf der Sockelplatte dieser Nische findet man einige Taler, sächsische Doppelgulden. Darüber steht am Rand: "DISE ARBEIT HABE ICH HANS KRAKO ZUM DRINGENBERGE GEMACHG VON SOLGEN DALER ALS HIR VNDEN BI GELACHT SINDT Ao 1627"
  • Auf den Dachschrägen liegen die beiden Dompatrone, der Hl. Kilian und der Hl. Liborius.Der Schrein ist eine Stiftung des in Dringenberg residierenden Landdrosten Wilhelm von Westphal und seiner Ehefrau Elisabeth von Loe.
  • Hans Krako erhielt als Material für den Schrein 130 sächsische Doppelgulden